Herbstgeschichten - von Miss Zauberblume - 002
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002 Geschichten

Das Eichkätzchen, als Schnorrer?

Als ich Gefühle wie eine dünne Kruste hatte



 


Als ich Gefühle wie eine dünne Kruste hatte
Gedicht und Text von © Obermaier Brigitte, 12.08.1999 

Da ist etwas was ich fühle, eine dünne Kruste, so wie eine Eierschalenhaut umhüllt es mich. Irgendwann wird es reissen, ist’s es sicher, das weiß ich. Trotzdem geh‘ taste ich mit meiner Hand darüber. Ich bin unbeschwert und glückselig. Ich bin hier bei dir, ich fühle mich in deiner Nähe so nahe, wie nirgendwo. Die Vorsicht lasse ich ausser acht, ich schwebe wie eine Elfe in  einem luftleeren Raum. Ich bewege mich wie auf einem frisch zugefrorenem See. Eine dünne Eisschicht wie eine Milchhaut so weiß ist dein Schatten vor mir.

Ich strecke meine Hand noch einmal aus. Ja du bist da. Ich streichle dein Gesicht, ganz zart um nicht die dünne Schicht zu durchbrechen. Meine Gedanken finden keine Worte, die ich so zusammenfassen kann, um dich zu erreichen. Spürst Du sie? Willst Du meine Gedanken wissen? 


Ich lege neben dir und kann nicht einschlafen. Der große herbstlich goldbelaubte Walnußbaum klopft mit seinen ausladenden Ästen an das Fenster. Ich lasse dich schlafen, denn ich weiß du gehörst mir.

Ich fühle den Herbst zu mir kommen.
Das Leben zieht an mir vorbei.
Was habe ich alles erlebt.
Der Herbst ist uns nicht einerlei.


Das Eichkätzchen, als Schnorrer?
© Brigitte Obermaier, München, 10/1994

Herr und Frau Eichkätzchen sitzen vergnügt auf einem Baum. Hier in freier Natur war der Tisch reich gedeckt. Baumfrüchte fielen im Herbst in großen Mengen auf den Boden. Man brauchte es nur aufklauben und für den langen Winter vergraben. Damit keiner Hungern mußte, müssen alle mithelfen.

 Murksi, war ein kleines Eichhörnchen. Es war nicht gerade das schnellste. Es wollte seinen Teil der Herbsternte beitragen. Vergnügt spielte es den ganzen Tag. Abends fiel es müde ins Bett. Keine einzige Frucht hat es gesammelt.

 Seine Eltern waren beunruhigt. Alle waren fleißig am sammeln. Nur bei Murksi hatten sie Probleme. Es war ein liebes und braves Eichhörnchen. Davon waren Vater und Mutter überzeugt. Es sollte jedoch seinen Teil dazu beitragen. So wie es Sitte und Brauch war. Alles Reden half nichts.

 Dei ersten Schneeflocken fielen vom Himmel. Jetzt wurde es Ernst. Jedes Eichkätzchen hatte seine Vorräte. Nur Murksi hatte nichts.

 Anfangs war es kein Problem. Er bettelte sich durch den Winter. Er schnorrte wo er nur konnte. Er war niemals um eine Ausrede verlegen. Jedem tat das zarte, kleine Eichkätzchen leid. Jeder gab gerne von seiner großen Fülle ab. Man war unter sich. Nach dem Motto 'Alle für einen, einen für Alle.'

 Eines schönen Samstag Morgen, machte sich Murksi wieder einmal auf den Schnorrerweg. Ganz überrascht hörte er Stimmen. Er sprang von Ast zu Ast, bis er Menschen entdecken konnte.

 Das ältere Ehepaar entdeckte das niedliche Eichkätzchen. Sie wollten es anlocken. Dieser Singsang gefiel Murksi sehr. Diese Stimmen klangen so vertrauenserweckend. Es hüpfte von Ast zu Ast. Es beobachtete wie die Menschen vergnügt hinter ihm hersahen. Es machte richtig Spaß.

 Die Mittagszeit war schon hereingebrochen. Der Magen meldete sich. Murksi merkte den Hunger sofort. Es hatte vor lauter Menschen das Schnorren vergessen. Er setzte sich ruhig auf einen Ast, hinter einem Blatt, und überlegte.

 Die Situation war verfahren. Wo sollte es Nüsse her bekommen. Die Beiden da unten gingen nicht weg. Der Mann langte in die rechte Manteltasche und holte was eßbares heraus. Von seinem Platz aus konnte er die Beiden gut beobachten. Er erkannte in seiner Hand eine Nuß. Das war seine Rettung. Der Mann streckte die Hand heraus, auf der die Nuß lag.

 Murxsi war gerettet.
 Copyright+Text: © Obermaier Brigitte, 80997 München, 1994




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